

PRESSEMITTEILUNG
Die Hydra am Bau: Warum Deponieverbote allein keinen
Kreislauf schließen
Input Conference 2026 by SEQUELLO: Warum Verbote allein nicht reichen und Daten zum
entscheidenden Hebel werden.
Wien, 29. Oktober 2026 – Schlägt man der Hydra einen Kopf ab, wachsen zwei nach. Mit diesem Bild
eröffnete Julian Lechner, Geschäftsführer der GzG Gipsrecycling GmbH und von wastebox.biz
(Saubermacher), seinen Vortrag bei der Input Conference 2026 by SEQUELLO am 15. Oktober. Seine
Botschaft: Ein Deponieverbot allein löst das Problem nicht. Wirksam wird es erst, wenn gleichzeitig
ein funktionierender Recyclingweg entsteht.
Gips zeigt, wie es geht
Beim Gips ist das gelungen. Bisher landet der überwiegende Anteil auf der Deponie. Seit Jänner 2026
gilt ein Deponieverbot, die Recycling-Gips-Verordnung sichert die Qualität, und Österreichs erste
Gipsaufbereitungsanlage in Stockerau ist in Betrieb. Bei künstlichen Mineralfasern steht der Praxistest
noch bevor: Ab 1. Jänner 2027 dürfen sie nicht mehr deponiert werden. Die Rechtssicherheit fehlt
aber noch, und bisher bereitet sich nur eine Anlage in Kärnten auf die Aufbereitung vor.
„Abfälle verschwinden nicht, wenn wir ihren Entsorgungsweg verbieten. Sie suchen sich einen neuen
Weg“, so Lechner.
Daten statt Papier
Im anschließenden Podium, moderiert von Florian Thome, Lead Product Manager bei SEQUELLO,
diskutierte Lechner mit Thomas Kasper, Präsident des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbands,
und Patrick Salber, Beratung Butler® Software bei der Batsch Waagen & EDV GmbH. Kasper betonte,
dass die Branche bereits viel recycelt: Von rund 12 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfällen
werden nur etwa 800.000 Tonnen deponiert. Beim Bodenaushub landet dagegen rund die Hälfte von
40 Millionen Tonnen auf der Deponie. Statt neuer Verbote plädierte er für Anreize und eine
öffentliche Vergabe, die gezielt Recyclingmaterial nachfragt.
Salber sieht den größten Hebel in der Digitalisierung. Lieferscheine werden noch immer gedruckt,
gescannt und am Ende wieder abgetippt. „Einen Lieferschein als PDF weiterzugeben ist für niemanden
ein Problem. Dieselben Daten strukturiert zu übergeben, löst sofort Bedenken aus, obwohl es exakt
die gleichen Informationen sind“, so Salber.
„Kreislaufwirtschaft scheitert selten an der Technik, sondern daran, dass Daten auf Papier stecken
bleiben. Mit dem digitalen Lieferschein haben wir bei SEQUELLO die Grundlage gelegt, dass
Materialdaten dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, so Christian Hellerschmied,
Geschäftsführer von SEQUELLO.